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Was ist IMAL?

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. (Karl Valentin)

 

22  Jahre Kontrapunkt gGmbH – Jugend Kunst Kultur

18  Jahre International Munich Art Lab "IMAL"

10  Jahre Euromedinculture(s) (Euromediterrane Vernetzungsprojekte)

7    Jahre TakeOFF TakeIN – Aufbruch Wirtschaft Kreativ

 

2016 feiern wir 20 Jahre künstlerische Intervention.

Was als Utopie begann (künstlerische Arbeit, Jugendarbeit und berufliche Qualifikation zu verbinden) hat ein internationales Renommee erhalten und ist aus der kommunalen Angebotslandschaft nicht mehr wegzudenken. Die seit 2007 öffentlich geführte Diskussion über den Sinn künstlerischer Arbeit zur Erschließung gesellschaftlicher und persönlicher Ressourcen (Kreativität als Motor gesellschaftlicher Entwicklung und grundlegende Ressource/Kreativindustrie) ist ein von uns seit 1995 postulierter Gedankenansatz und Basis unserer Arbeit.

 

Kontrapunkt gGmbH blickt auf 20 Jahre Jugendarbeit zurück.

Jugendkulturarbeit, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Dinge neu und anders zu denken, zu experimentieren, innovative Ansätze zu finden.

Jugendbildungsarbeit, die Bildung, Kunst, Kreativität, Lebensbewältigung vereint und eine gesellschaftliche Teilhabe, einen Ausgleich von Defiziten ermöglicht, indem sie an den Stärken ansetzt.

 

Basis war uns immer der Gedanke, professionelle Arbeit dadurch zu ermöglichen, dass Jugendliche von Fachleuten verschiedenster Bereiche (Künstler/-innen und Kreative, Pädagog/-innen) in ihrer Entwicklung unterstützt werden.

Basis war aber immer auch der Anspruch, Jugendliche in die Verantwortung zu nehmen, von der ersten Ideenskizze über den gesamten künstlerischen Produktionsprozess bis zur professionellen Präsentation

Schließlich zeichnet sich unsere Arbeit auch dadurch aus, Abgrenzungen zwischen künstlerischen Teilbereichen zu durchbrechen, das Expertenwissen der jungen Menschen in die Produktionen einfließen zu lassen und ihnen die ästhetische Kompetenz zuzutrauen, ihre lebensweltlichen Sichtweisen publikumsadäquat umzusetzen.

 

Die Erkenntnis, dass junge Menschen unterschiedlichster sozialer, kultureller und bildungsmäßiger Herkunft gemeinschaftlich und professionell unterstützt in Projekten persönlich reifen und Defizite ausgleichen können, führte 2001 zum Start des "International Munich Art Lab" (IMAL).

Projekte, die Struktur und Freiräume bieten, die Anleitung und Experimentierfelder bereithalten, die eine lustbetonte, aber in jedem Fall ernsthafte, Arbeitsatmosphäre schaffen. „Laboratorium“, 1996 zunächst  gedacht als „künstlerische Projektwerkstatt“ (Pilotprojekt zur ästhetischen Jugendarbeit), entwickelte sich dank Förderung durch den Europäischen Sozialfond seit 2001 zum IMAL und damit auch zu einem Projekt der beruflichen Qualifikation, das weit über die kommunalen Grenzen hinaus als „Best Practice“ – Beispiel bekannt wurde.

Mit der Bekanntheit stieg auch das internationale Interesse an dem einzigartigen Projektansatz des IMAL und die Beteiligung an europäischen Vernetzungsprojekten nimmt seit 2006 einen wichtigen Platz in unserer Arbeit ein. Einen Platz, der Reflexion, interkulturelle Bildung und direkte Arbeit mit Partnern im euromediterranen Raum ermöglicht.

 

„Ein Projekt wie die WestEndOpera erscheint so wahnsinnig, dass es entweder grandios scheitern oder grandios gelingen wird.“ Diese Worte des damaligen Jugendamtsleiters Dr. Hubertus Schröer anlässlich der Anfrage um Unterstützung waren Leitsatz unserer Arbeit.

Es sollte uns grandios gelingen.

Beginnend 1996 mit dem „Laboratorium“ als künstlerisches Experimentierfeld, über unsere erste Bühnenproduktion „WestEndopera“ (1997–1999) sind im Rahmen des Projekts IMAL seit 2001 insgesamt 42 Ausstellungen durchgeführt worden und 7 Musiktheaterproduktionen entstanden. Seit 2001 konnten über 1000 junge Menschen am Übergang von Schule zu Ausbildung äußerst erfolgreich betreut werden.

Seit 2006 wurden 5 internationale Vernetzungsprojekte durchgeführt, an 16 internationalen Fachtagungen war Kontrapunkt beteiligt.

Seit 2010 besteht über das Pilotprojekt „TakeOFF TakeIN“ eine zusätzliche Netzwerkstruktur dafür, dass benachteiligte junge Menschen die Chance erhalten, Auslandserfahrung zu sammeln.

Die öffentliche Anerkennung der geleisteten Arbeit zeigt sich in der über alle Parteigrenzen hinweggehenden Unterstützung, in vielen Presseartikeln, Radio- und Fernsehsendungen sowie  diversen Auszeichnungen.

Als Schirmherrschaften gewannen wir bisher für das IMAL Christian Ude (LH München), Prof. Dr. Nida-Rümelin (Kulturstaatsminister), Dr. Rita Süßmuth (Bundestagspräsidentin), Christa Stewens (Bayerische Staatsministerin), Miroslav Nemec (Tatortkommissar), sowie  für das Projekt „TakeOff“ Dr. Spaenle (Bayerischer Staatsminister).

Ermöglicht wurde und wird unsere Arbeit durch vielfältige öffentliche und private Unterstützung. Für die Projektdurchführung stehen Mittel der Landeshauptstadt München, des Europäischen Sozialfonds und Bundesmittel zur Verfügung. Über die euromediterranen Netzwerke fließen EU-Fördermittel für die internationalen Aktivitäten.

 

Einen besonderen Anteil am Gelingen unserer Arbeit hatte von Anfang an die Unterstützung der Fa. IDG (München). Mit dieser privaten Förderung gelingt seit 1995 die Durchführung der „Plastischen Werkstatt“ in Flüchtlingsunterkünften ohne jede öffentliche Förderung. Auch das Projekt WestEndOpera wäre ohne die großzügige Unterstützung und das einzigartige Engagement Herrn York von Heimburgs (Fa. IDG) nicht so erfolgreich gelungen. Für diese seit 20 Jahren bestehende Förderung gebührt ein besonderer Dank.

Neben dieser kontinuierlichen Unterstützung gelang immer wieder auch eine fallweise Förderung über Stiftungsmittel (Stadtwerke München, Deutscher Musikrat, PriceWaterhouseCoopers-Jugendstiftung, SWM-Bildungsstiftung, Buntstiftung, Ergo-Stiftung) und Privatfirmen. Aber auch ohne die teilweise ehrenamtliche Arbeit der Künstler/-innen und Pädagog/-innen und die engagierte Teilhabe der beteiligten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wären wir niemals soweit gekommen.

Vielfältige Auszeichnungen zeugen von der Qualität und den verschiedenen Dimensionen unserer Arbeit im Spannungsfeld Jugend Kunst Kultur. Beginnend mit dem „Wolfgang Anratz Theaterpreis“ (1999) über die „WestEndopera“ als Deutscher Beitrag beim Fringe Theaterfestival in New York (2000), die Verleihung des AZ Kultursterns des Jahres (2006), Preise bei den bundesweiten Wettbewerben „Theater bewegt“ (2009) und „Kunst bewegt“ (2010)  bis zur Teilnahme an der „Eksperimenta!“ in Tallinn (2011) ist der künstlerische Aspekt des IMAL kontinuierlich gewürdigt worden. Wettbewerbssiege und Auszeichnungen wie „Dialog zwischen den Kulturen“ (UNESCO-Auszeichnung 2001), „Start Sozial“ (2002) und „Jugend in Arbeit“ (2006) begutachten die soziokulturelle Dimension und den Bildungsaspekt.

Die Anerkennung als freier Träger der Jugendarbeit nach §75 KJHG (1998), die Verleihung der „Kerschensteiner Medaille“ der LH München (2006) für die innovativen Lösungsansätze in der beruflichen Bildung und die Verleihung des Gütesiegels „Soziale und Berufliche Integration“ der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern (2010) legen Zeugnis ab über die Qualität der kulturellen und beruflichen Bildung sowie der sozialen Integration.  Über die Teilhabe an kommunalen Netzwerken („Münchner Trichter“, „München Sozial“) und Arbeitsgruppen („Berufsbezogene Jugendhilfe“, „Arbeitsgemeinschaft Jugendarbeit“, „KoFo Kulturarbeit“) bedient IMAL einen Fachaustausch und leistet einen Beitrag zur konzeptionellen Weiterentwicklung der kommunalen Jugendarbeit.

 

Letztlich muss sich das IMAL auch am Erfolg der teilnehmenden jungen Menschen messen lassen. Insofern überzeugt, dass nahezu alle Teilnehmenden nach Abschluss der Mitarbeit einen stabilen Berufsweg einschlagen. Zugänge über Begabtenprüfungen zu Kunst-, Musik-, Theaterakademien und Fachhochschulen gelingen immer wieder auch mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife. Engagements in allen Bereichen der Künste und modernen Medienberufen sind ebenso ein legitimer und erfolgreicher Berufseinstieg, wie die Aufnahme „klassischer“ betrieblicher Ausbildungen oder das Erlangen von IHK-Abschlüssen über Berufsfachschulen und externe Prüfungen.


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